Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Birkenwerder

Luftbild Rathauskreuzung

Luftbild Rathauskreuzung © Unbekannt

An der Rathauskreuzung tut sich etwas

An der Rathauskreuzung tut sich etwas: Rote Fahrradfurt sorgt für mehr Sichtbarkeit

Seit dem 9. Juli 2026 ist an der Rathauskreuzung die Fahrradfurt an der Einmündung Brieseallee rot markiert.

Die farbliche Hervorhebung macht den bevorrechtigten Radverkehr für abbiegende Kraftfahrzeugführende besser sichtbar und soll dazu beitragen, dass Radfahrende beim Abbiegen frühzeitiger wahrgenommen werden.
Die neue Markierung geht auf eine Anregung des ADFC Birkenwerder zurück. Nach Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde wurde die Maßnahme Ende 2025 verkehrsrechtlich angeordnet und nun umgesetzt. Damit konnte an einem seit Jahren problematischen Verkehrsknoten eine weitere konkrete Verbesserung für den Radverkehr erreicht werden.

Eine weitere Verbesserung an der Rathauskreuzung

Auch die seit 2019 bestehende unterbrochene Wartelinie wurde inzwischen dauerhaft angeordnet. Sie war seinerzeit auf Anregung des ADFC im Rahmen der Sofortmaßnahmen für den Radverkehr eingerichtet worden, um die Sichtbeziehungen zwischen abbiegenden Kraftfahrzeugführenden und dem Radverkehr zu verbessern. Nachdem sich die Maßnahme bewährt hat, konnte sie nun dauerhaft angeordnet und der dafür eingesetzte provisorische Schilderständer entfernt werden.

Im Zuge der Umsetzung ist damit zugleich eine weitere Verbesserung abgeschlossen worden: Der große Baustellenfuß mit dem Zusatzzeichen „Bei Rot hier Halt“, der jahrelang in den Radweg hineinragte, ist verschwunden. Damit steht der Radweg in diesem Bereich wieder ohne dieses Hindernis zur Verfügung.

Die rote Fahrradfurt, die dauerhafte Wartelinie und die Beseitigung des bisherigen Hindernisses sind weitere konkrete Verbesserungen an der Rathauskreuzung. Sie zeigen, dass sich durch kontinuierliches Engagement und die Zusammenarbeit von ADFC, Gemeinde und Straßenverkehrsbehörde Schritt für Schritt Verbesserungen erreichen lassen.

Auch an der Clara-Zetkin-Straße hat sich etwas verändert

Bereits im März 2020 wurde im Bereich zwischen Bahnhof und Rathauskreuzung die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben. Vorausgegangen waren eine Anregung des ADFC Birkenwerder und die Verkehrsschau vom 2. Oktober 2019.
Damit wurde für Radfahrende ein Wahlrecht geschaffen: Wer sich sicher fühlt, kann die Fahrbahn nutzen. Wer lieber abseits des Kraftfahrzeugverkehrs fährt, kann weiterhin den rot gepflasterten Radweg nutzen.
Ein wichtiger Grund für diese Änderung war der bauliche Zustand des bisherigen Radwegs in Fahrtrichtung bergab. Seine geschachtelte Anlage, die teilweise zu geringe Breite und zahlreiche Hindernisse entsprachen nicht den Anforderungen an eine sichere und komfortable Radverkehrsführung.

Bereits damals hatte der ADFC außerdem angeregt, die Geschwindigkeit in der Clara-Zetkin-Straße auf 30 km/h zu begrenzen. Damit sollten insbesondere Überholvorgänge mit zu geringem Seitenabstand vermieden und die Sicherheit für Radfahrende auf der Fahrbahn erhöht werden. Dieser Vorschlag wurde bislang jedoch nicht umgesetzt.

Die rote Fahrradfurt und die dauerhaft angeordnete Wartelinie sind wichtige Bausteine für mehr Sicherheit. Sie ersetzen jedoch keine grundlegende Umgestaltung der Rathauskreuzung.

Der Knotenpunkt wird seit 2019 als Unfallhäufungsstelle geführt und weist weiterhin erhebliche Defizite in der Verkehrsführung auf. Dazu gehören unter anderem Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr, fehlende Querungsmöglichkeiten in die Brieseallee, unzureichende Aufstellflächen sowie die begrenzte Leistungsfähigkeit und das hohe Alter der bestehenden Lichtsignalanlage aus Anfang der 90er Jahre.
Bereits 2019 war deshalb eine Überplanung des Knotenpunkts verkehrsrechtlich angeordnet worden. Planungsvarianten wurden 2022 vorgestellt, konnten nach einer weiteren Sicherheitsprüfung jedoch in der damaligen Form nicht umgesetzt werden. Die weitere Entwicklung der Rathauskreuzung bleibt damit eine wichtige Aufgabe.

Der ADFC Birkenwerder wird sich auch künftig dafür einsetzen, dass die Verkehrssicherheit an diesem wichtigen Knotenpunkt dauerhaft verbessert wird. Die jetzt umgesetzten Maßnahmen zeigen: Beharrlichkeit lohnt sich – Schritt für Schritt können konkrete Verbesserungen erreicht werden. Gleichzeitig ist das Ziel einer wirklich sicheren und für alle Verkehrsteilnehmenden gut funktionierenden Rathauskreuzung noch nicht erreicht.

Unfälle zeigen: An der Rathauskreuzung besteht weiter Handlungsbedarf

Wie wichtig weitere Verbesserungen sind, zeigen auch die vergangenen Unfallereignisse. Im September 2021, beispielsweise, fuhr ein Autofahrer beim Abbiegen eine Radfahrerin an, die bei Grün die Fahrbahn überqueren wollte. Im November 2024 missachtete der Fahrer eines Transporters beim Abbiegen die Vorfahrt einer Radfahrerin, die auf dem Radweg unterwegs war. Die Radfahrerin wurde dabei schwer verletzt und musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Die aktuellen Maßnahmen sind deshalb mehr als eine farbliche Markierung auf der Fahrbahn: Sie sind konkrete Schritte, um die Sichtbarkeit und damit die Sicherheit im Kreuzungsbereich zu verbessern. Denn das Fahrrad ist in Birkenwerder ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Viele Ziele lassen sich mit dem Rad schnell und unkompliziert erreichen – oft leichter und schneller als zu Fuß oder mit dem Pkw.

Umso wichtiger ist es, dass Radfahrende sichere und direkte Wege vorfinden und sich an den wichtigen Verkehrsknotenpunkten sicher bewegen können. Die jetzt umgesetzten Maßnahmen sind dafür ein weiterer Schritt. Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen, die Verkehrssicherheit an der Rathauskreuzung dauerhaft und umfassend zu verbessern.


https://birkenwerder.adfc.de/pressemitteilung/an-der-rathauskreuzung-tut-sich-etwas

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