Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Birkenwerder

Licht und Schatten für Radverkehr in Hohen Neuendorf, Birkenwerder und Glienicke

Die ADFC-Ortsgruppen aus Hohen Neuendorf, Birkenwerder und Glienicke/Nordbahn bewerten zwei

aktuelle Entwicklungen im regionalen Radverkehr mit gemischten Gefühlen.

Während beim seit Jahren geforderten Radweg entlang der B96 zwischen Hohen Neuendorf und Glienicke/Nordbahn
durch den ADFC Glienicke/Nordbahn ein wichtiger Planungsschritt erreicht wurde, ist die Entscheidung zur seit 2017 entwickelten Fahrradstraße zwischen Birkenwerder und Briese erneut vertagt worden.


Schatten: Kein Einvernehmen mit Birkenwerder zur Fahrradstraße Briese - Birkenwerder

Die Gemeindevertretung Birkenwerder hat der geplanten Fahrradstraße zwischen Birkenwerder und Briese bereits am 28. April 2026 zugestimmt. Für die Umsetzung ist anschließend noch das gemeindliche Einvernehmen der Stadt Hohen Neuendorf erforderlich. Dieser Verfahrensschritt ergibt sich aus der verkehrsrechtlichen Anordnung des Landkreises Oberhavel und der Anbindung der Route an den Bereich Borgsdorf.
Die ADFC-Ortsgruppen bedauern, dass im Sozialausschuss am 11. Juni 2026 keine Entscheidung über das Einvernehmen getroffen wurde. Die Diskussion konzentrierte sich dabei maßgeblich auf Fragen der künftigen Straßenbaulast und auf die Finanzierung eines anderen, eigenständigen Projektes zwischen Briese und Summt. Dadurch blieb die Entscheidung über den eigentlichen Lückenschluss des internationalen Fernradwanderwegs Berlin–Kopenhagen zunächst offen.
Aus Sicht der ADFC-Ortsgruppen wurde in der Diskussion ein Problem der Verbindung Briese–Summt unnötigerweise mit dem Einvernehmen zur Fahrradstraße Birkenwerder–Briese verknüpft. Dadurch wurde ein seit Jahren abgestimmtes Radverkehrsprojekt zu einem Druckmittel innerhalb eines anderen Verfahrens. Bürgermeister Apelt kündigte an, zunächst Verhandlungen mit dem Landkreis über die Kostenverteilung für den geplanten Ausbau der zum 1.1.27 zur Gemeindestraße
herabgestuften Fahrradstraße Briese–Summt (K6502) zu führen.
In der Sitzung brachten Vertreter des ADFC Hohen Neuendorf ihre Enttäuschung und ihre Erwartungen an eine konstruktive Lösung zum Ausdruck. Zugleich wurde nach einem Zeitrahmen für die angekündigten Verhandlungen gefragt. Laut Bürgermeister Apelt sollen hierzu in etwa vier Wochen erste Ergebnisse vorliegen.


Licht: Fortschritte bei der Radwegeplanung entlang der B96 

Neben dieser kritischen Entwicklung gibt es jedoch auch positive Nachrichten für den Radverkehr in der Region.
Trotz Bekenntnis aller politischen Parteien und zuständigen Verwaltungen zu dem Radweg entlang der B96 zwischen Glienicke/Nordbahn und Hohen Neuendorf ist jahrelang nichts passiert. Die enge Kooperation der ADFC-Ortsgruppe Glienicke/Nordbahn mit dem ADFC Reinickendorf hat nun einen bedeutenden Fortschritt erzielt. Nach intensiver Recherche hat eine Anfrage letztes Jahr beim Ministerium für Verkehr bestätigt, dass die Autobahn GmbH des Bundes der zuständige Straßenbaulastträger für den Abschnitt der B96 durch den Frohnauer Forst ist.
In einem Termin bei der zuständigen Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH in Stolpe im Mai dieses Jahres wurde dem ADFC Glienicke/Nordbahn und dem neuen interkommunalen Mobilitätsmanager Heinrich Althausen mitgeteilt, dass die Planung in Q4 beginnen soll. Dieser Schritt wird von den ADFC-Ortsgruppen als wichtiger Meilenstein bewertet, der zeigt, dass kontinuierliches Engagement und konstruktive Zusammenarbeit konkrete Verbesserungen für den Radverkehr
bewirken können.
Sie begrüßen ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Herrn Althausen, der die anstehenden Planungsprozesse im Auftrag der Bürgermeister von Hohen Neuendorf und Glienicke/Nordbahn eng begleiten soll.


Fazit

Die Entwicklungen der letzten Tage zeigen zwei Seiten kommunaler Verkehrspolitik: Einerseits können durch Zusammenarbeit und Ausdauer wichtige Fortschritte erreicht werden. Andererseits wird deutlich, wie leicht bereits abgestimmte Projekte durch ungelöste Zuständigkeits- und Finanzierungsfragen ins Stocken geraten können.
Die ADFC-Ortsgruppen hoffen deshalb, dass die angekündigten Gespräche zeitnah zu einer Lösung führen und der Lückenschluss des internationalen Fernradwanderwegs Berlin–Kopenhagen nicht weiter verzögert wird.
Die ADFC-Ortsgruppen werden sich weiterhin engagiert für sichere, durchgängige und attraktive Radverkehrsverbindungen einsetzen und erwarten von den Verantwortlichen zügige und transparente Entscheidungen im Sinne einer nachhaltigen Mobilität.


Andreas Blaschke, Sprecher ADFC-Ortsgruppe Birkenwerder
Barbara Neeb-Bruckner, Sprecherin ADFC-Ortsgruppe Glienicke/Nordbahn
Elmar Laufkötter, Sprecher ADFC-Ortsgruppe Hohen Neuendorf

https://birkenwerder.adfc.de/pressemitteilung/licht-und-schatten-fuer-radverkehr-in-hohen-neuendorf-birkenwerder-und-glienicke

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